Kann man mit Fasten erfolgreich abnehmen?

Sanguinum Therapeutin Veronika Verch

Von Veronica Verch, Sanguinum Therapeutin aus Kirchseeon

Bald beginnt die Fastenzeit und viele Menschen möchten sich aus unterschiedlichsten Gründen in Verzicht üben. Für einige Menschen dient die Fastenzeit als Einstieg in ein gesünderes, bewussteres Leben. Oft ist auch eine Gewichtsreduktion das Ziel für die Fastenzeit. Heilfasten, Intervallfasten und Zuckerfasten sind in aller Munde und zu Trendthemen geworden. Wir beleuchten, wie sinnvoll das Fasten für eine langfristige Gewichtsreduktion ist.

Der Ursprung des Fastens ist religiös, z.B. bei den Christen vor Ostern oder bei den Muslimen im Fastenmonat Ramadan. Aber auch im Buddhismus und im Hinduismus wird traditionell zur Buße, Besinnung und Einkehr aufgerufen. Mittlerweile haben sich jedoch auch andere Fastenformen und -Motivationen entwickelt: Im 20. Jahrhundert führte Otto Buchinger den Begriff des Heilfastens in Europa und den USA ein, was den Fokus des Fastens vom spirituellen Bereich auf den Körper und mögliche Heilwirkungen lenkte.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Fastenarten, welche wir hier kurz vorstellen wollen:

Nulldiät als Fastenform
Hierbei handelt es sich um einen radikalen Verzicht auf feste Nahrung. Es werden nur Kräutertees und Wasser getrunken. Oftmals müssen Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Saftfasten
Saftfasten ist eine Unterform des Heilfastens. Bei dieser Fastenform werden ausschließlich Frucht- und Gemüsesäfte (auch Smoothies) sowie Wasser und Kräutertees zu sich genommen. Hierbei soll eine Verbesserung des Gesundheitszustandes (z.B. mehr Energie, stärkeres Immunsystem, Entlastung des Magen- Darmtrakts) erzielt werden.

Heilfasten
Der Begriff des Heilfastens wurde um 1935 von Otto Buchinger geprägt. Heilfasten soll den Stoffwechsel entlasten, die Reinigung des Körpers aber auch des Geistes unterstützen und ggf. bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. rheumatischen Erkrankungen Abhilfe schaffen. Es gibt spezielle Fastenkliniken, die eine Begleitung bei dieser Form des Fastens anbieten.
Hierbei werden vor allem Gemüsebrühen, Obst und Gemüsesäfte sowie Tees und Wasser zu sich genommen. Außerdem sollen Einläufe zur Darmreinigung, Leberwickel und ausreichend Bewegung mit eingebaut werden.

Bei allen drei Fastenformen fühlt sich der Fastende zu Beginn oft unwohl, nervös oder aggressiv, da die Umstellung zunächst einmal Stress für den Körper bedeutet. Aus diesem Grund sollte man sich auch bewusst zum Fasten entscheiden und z.B. Urlaub nehmen oder sich von Fachpersonal begleiten lassen.

Zur langfristigen Gewichtsabnahme ist jedoch keine der genannten Methoden geeignet, da es hier weder zu einer langfristigen Verhaltensänderung noch zu einer nachhaltigen Umstellung der Ernährung kommt. Die Kilos werden zwangsläufig wiederkehren, womit von Nulldiät, Saft- oder Heilfasten zum Gewichtsverlust definitiv abgeraten wird.

Moderne Fastenformen, die zum Abnehmen angewendet werden
Wer nun abnehmen oder auf sein Gewicht achten möchte, braucht eine langfristige Lösung. An einer gesunden und nachhaltigen Umstellung der Ernährung kommt man nicht vorbei, wenn man sein Gewicht dauerhaft reduzieren möchte. Viele Menschen wenden sich neuerdings dem Trend „Teilzeit“- oder „Intervallfasten“ zu, welcher jedoch auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Intervallfasten
Beim Intervallfasten wird nur über einen bestimmten Zeitraum auf die Nahrungsaufnahme verzichtet. So wird zum Beispiel an zwei Tagen moderat gefastet und an den anderen 5 Tagen darf ganz normal gegessen werden.
Beim „16:8“-Modell darf man 8 Stunden ganz normal essen und 16 Stunden wird auf Nahrung verzichtet.
Diese Fastenform ist gut geeignet, um sein Gewicht halten zu können oder den Körper zu entlasten. Sie ist jedoch nicht geeignet für stark übergewichtige Menschen, da das Gewicht sehr langsam reduziert wird und eine sehr hohe Willensstärke erforderlich ist, in den entsprechenden Fastenzeiten wirklich nichts zu essen. Außerdem kommt es zur Gefahr, während der Essenszeiten den Körper mit einer stark übersteigerten Kalorienzufuhr zu belasten.
Ebenfalls geht es hier nicht um gesunde Ernährung – streng genommen hält man sich auch an das Modell, wenn man 8 Stunden lang Fast Food konsumiert.

Teilfasten: Zum Beispiel Zuckerfasten

Teilfasten ist eine Form des Intervallfastens, hierbei wird über einen gewissen Zeitraum auf verschiedene Lebensmittel verzichtet. Z.B. Zucker, Fleisch, Kohlenhydrate…
Beim Zuckerfasten verzichtet man (zum Beispiel während der Fastenzeit vor Ostern, aber auch zu beliebigen anderen Zeiträumen im Jahr) vollständig auf die Verwendung von Zucker sowie auf den Konsum von gezuckerten Lebensmitteln. Da Zucker in zahlreichen industriell verarbeiteten Lebensmitteln versteckt ist, ist dies zwar eine Herausforderung, aber auf jeden Fall eine, die sich lohnt.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Zuckerthema achtet man auch nach der Fastenzeit auf versteckte Zucker – Zuckerfasten kann also ein guter Einstieg in eine gesündere, bewusstere Lebensweise sein. Jedoch sind auch hier keine großen Gewichtssprünge zu erwarten, da zur Abnahme deutlich mehr gehört als die Reduktion von Zucker im Alltag.

Was passiert beim Fasten mit dem Körper?

Während des Fastens stellt der Körper sich innerhalb von 12-24 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme von immer wieder zugeführter Nahrung auf Mobilisierung und Nutzung der gespeicherten Energiereserven um.
Außerdem kommt es zur Anregung der Darmtätigkeit und der Ausscheidungsvorgänge.

Der Jojo-Effekt ist nach dem Fasten keine Seltenheit

Der Grund, warum der Körper schnell wieder die Fettspeicher auffüllt, liegt einmal daran, dass es nach dem Fasten automatisch wieder zu einer erhöhten Kalorienzufuhr kommt bzw. wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen wird. Sport während der gesamten Fastentage und sogenannte Aufbautage sind daher unverzichtbar.

Eine langfristige Ernährungsumstellung ist das Erfolgskonzept zum Abnehmen

Fasten ist also nicht die Lösung, um langfristig Gewicht zu verlieren – besser wäre eine gezielte Ernährungsumstellung, angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse und eine fachliche Begleitung und Beratung. Hierbei können Sie individuell und ganzheitlich unterstützt werden.

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