Ernährung beim Polyzystischem Ovarialsyndrom

Mindestens jede 10. Frau im gebärfähigen Alter ist in Deutschland vom PCOS, dem Polyzystischen Ovarialsyndrom, betroffen. Beim PCOS kommt es zu einer Überproduktion männlicher Hormone, wodurch viele betroffene Frauen unfruchtbar sind. Oft leiden die Frauen zusätzlich unter Haarausfall, unreiner Haut, männlicher Körperbehaarung und einer starken Gewichtszunahme. Während bei gesunden Frauen Insulin den Blutzuckerspiegel reguliert, reagieren die Zellen bei PCOS Patientinnen schlechter auf Insulin (Insulinresistenz). Der Körper produziert hier immer mehr Insulin, um den
Blutzuckerspiegel zu senken. Der hohe Insulinspiegel wiederum begünstigt Übergewicht und stört die hormonelle Balance. Frauen mit PCOS haben außerdem ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Experten sind sich einig, dass auch schon eine geringe Gewichtsreduktion die Symptome des PCOS deutlich verringern kann. Die Frauen fühlen sich – körperlich und psychisch – deutlich besser und auch die Chancen auf einen normalen Eisprung und damit auf eine Schwangerschaft können steigen. Eine Gewichtsreduktion kann durch mehr Bewegung und die Änderung der Ernährungsgewohnheiten erreicht werden. Bei der Ernährung sollte auch ein Augenmerk auf den Glykämischen Index der Lebensmittel gerichtet werden, denn dieser zeigt an, wie schnell und wie hoch der Blutzuckerspiegel nach dem Genuss eines Lebensmittels ansteigt.

Ernährung bei PCOS

  • Die Ernährung sollte ausgewogen, vollwertig und nährstoffreich sein und hauptsächlich aus Gemüse
    und zuckerarmem Obst bestehen.
  • Kohlenhydrate (vor allem aus zuckerhaltigen Getränken und Lebensmitteln, stark zuckerhaltigem
    Obst und Produkten aus Weißmehl) sollten reduziert werden.
  • Man sollte auf ausreichend Eiweiß aus tierischen und pflanzlichen Quellen achten, wobei man sich
    bei Milchprodukten etwas zurückhalten sollte, da diese Hautprobleme verstärken können
  • Ausreichendes Trinken (30 ml/kg Körpergewicht) ist wichtig.
  • Durch hochwertige pflanzliche Öle und fetten Seefisch nimmt man essentielle Fettsäuren, wie
    Omega 3 Fettsäuren, auf
  • Bewegung hilft bei der Gewichtsreduktion und wirkt der Insulinresistenz entgegen. Gerade beim Polyzystischen Ovarialsyndrom ist – bedingt durch die hormonelle Dysbalance und die Insulinresistenz – eine dauerhafte Gewichtsreduktion schwierig.

Deshalb kann es sinnvoll sein, sich bei der richtigen Ernährung von einem geschulten Therapeuten/in unterstützen zu lassen.