Hormone in den Wechseljahren

Die Hormonproduktion lässt nach, Muskelmasse geht zurück, dafür vergrößern sich die Fettspeicher. Durch die verminderte Hormonproduktion läuft der „Oberchef“ unserer Hormondrüsen aus dem Ruder. Der Hypothalamus ist die Steuerzentrale für Hunger und Energieausgaben, die Folge davon ist, dass der Stoffwechsel erlahmt. Dazu kommen noch Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schwindelgefühl, verstärkter Haarausfall, Befindlichkeitsstörungen wie Depression, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen.

Die Kalorienaufnahme einer Frau um die 50 sollte um ca. 400 Kalorien gesenkt werden, sonst kann es zu einer vermehrten Fettansammlung im Bauchraum kommen. Dieses sehr stoffwechselaktive Fett, das sogenannte Viszeralfett, setzt schädliche Fettsäuren frei, bildet über 200 Botenstoffe, fördert Entzündungen die auch „Silent inflammation“ genannt werden und stören den Hormonhaushalt. Je ausgeprägter das viszerale Fett ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit an einer Fettleber zu erkranken. Auch ist die Gefahr größer einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, an Arteriosklerose oder Diabetes zu erkranken.

Was können Sie für sich und Ihren Körper in den Wechseljahren tun?

Passen Sie Ihre Ernährung an!

Diese sollte Nahrungsmittel mit einem geringen Energie-, aber hohem
Nährstoffgehalt enthalten. Das sind Lebensmittel wie Gemüse, Salate, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch und magerer Fisch. Stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten, Gebäck, Kuchen oder Fertiggerichte sind meist sehr kalorienreich und nährstoffarm. Jede Mahlzeit sollte aus genügend Ballaststoffen wie Gemüse und Salat bestehen sowie Protein. Wichtig ist auch die Zubereitung mit „guten Fetten“ wie Raps-, Oliven- oder Leinöl. Die Öle sollten natürlich nicht übermäßig genutzt werden, 1-2 Esslöffel täglich sind völlig ausreichend.

Lassen Sie sich durchchecken!

Gerade in den Wechseljahren ist es enorm wichtig, dass Ihr Vitamin D und
Calciumhaushalt ausgewogen ist, um einer Osteoporose vorzubeugen.
Das Vitamin D fördert die Aufnahme des Calciums aus der Nahrung und seinen Einbau in die Knochen. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten auf eine Blutuntersuchung an, damit Sie genau wissen wie Ihre Versorgung mit Vitamin D ist. Je nach Befund sollte dann Vitamin D zugeführt werden.

Wenn Ihre Wechseljahresbeschwerden überhandnehmen, lassen Sie einen Hormoncheck machen. Idealerweise sollten die Hormone Estradiol und Progesteron im Speichel überprüft werden. Dies sind die freien Hormone, die für die Symptomatik zuständig sind. Auch hier kann dann je nach Befund mit phytotherapeutischen Mitteln oder naturidentischen Hormongaben behandelt werden.

Zusammenfassung: was können Sie nun konkret für sich in den Wechseljahren tun

  • Essen Sie täglich 2-3 Portionen Gemüse oder Salat
  • Sichern Sie den Proteinbedarf Ihres Körpers, z.B. mit fettarmen Milchprodukten, Fisch, Fleisch, Geflügel oder Ei zu jeder Mahlzeit
  • Bevorzugen Sie fettbewusste Zubereitungsarten mit hochwertigen Ölen, 1-2 Esslöffel täglich sind ideal
  • Verzichten Sie auf Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Kuchen, Fertiggerichte und Alkohol
  • Halten Sie sich beweglich mit moderatem Sport
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und gönnen Sie sich Ruhepausen
  • Lassen Sie sich von dafür ausgebildeten Ärzten und Therapeuten unterstützen bei der Behandlung Ihrer Beschwerden