Bewegungsmangel
Warum ist Bewegungsmangel schlecht für den Körper?

Bewegungsmangel: Gefährliche Volkskrankheit?

Grade im Winter, einer Zeit, die wir mit Gemütlichkeit und Bequemlichkeit verbinden und in der wir lieber im Warmen sitzen, bekommen wir oft nicht genug Bewegung. Wenn außerdem unser Sozialleben bedingt durch die COVID-19-Pandemie stark eingeschränkt wird, kann ausreichende tägliche Bewegung zu einer bewussten und aktiven Anstrengung werden.

Grade in diesen Zeiten, in denen ein funktionierendes und starkes Immunsystem besonders wichtig ist, sollten wir auf ausreichende Bewegung achten. Die World Health Organization (WHO) schätzt, dass in Deutschland circa 42 % der Bevölkerung unter Bewegungsmangel leiden. Damit ist Deutschland eines der am meisten betroffenen Länder. 

Zu den Risikogruppen, die besonders von Bewegungsmangel betroffen sind, gehören vor allem Frauen, die durch die traditionelle Rollenverteilung mehr häuslichen Aktivitäten nachgehen und wenig körperliche Anstrengung vornehmen. Aber auch Menschen, die morgens das Haus verlassen, bewegen sich häufig zu wenig. Der Gang von der Haustüre zum Auto und dann zum Fahrstuhl ins Büro ist ja auch durchaus bequem. Nur zahlen wir nicht auf unser Aktivitätskonto ein. 

Was ist Bewegungsmangel?

Bewegungsmangel ist ein sogenanntes Zivilisationsphänomen. Die moderne westliche Arbeitswelt, damit einhergehende vermehrt sitzende Tätigkeiten sowie größerer Wohlstand und die damit verbundene Bequemlichkeit bedingen den Mangel. 

Körperliche Bewegung spielt jedoch eine sehr wichtige Rolle für eine gesunde Funktion unseres Körpers, der evolutionsbedingt auf viel Aktivität ausgelegt ist. Laut der WHO liegt Bewegungsmangel vor, wenn mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche oder 75 Minuten intensiver Bewegung pro Woche beispielsweise durch Sport nicht erfüllt werden.

Folgen von Bewegungsmangel

Die Folgen können vielfältig sein. Bewegungsmangel kann chronische Rückenschmerzen sowie Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen und Diabetes mellitus zur Folge haben. Bewegungsmangel kann außerdem Übergewicht, Adipositas und chronische Schmerzen fördern. 

Eine weitere Folge mangelnder Bewegung kann die Schwächung des Immunsystems und daraus folgend vermehrtes Auftreten von Allergien sein. Bewegung wirkt sich nicht nur positiv auf die eigene Fitness aus, sondern unterstützt auch das Immunsystem. Sprich: Der Körper ist besser auf Viren & Bakterien vorbereitet. Durch Bewegung werden die körpereigenen Abwehrkräfte nachhaltig gestärkt. Bewegung in Maßen soll das Immunsystem am besten aktivieren. Eine Überanstrengung kann sich hingegen negativ auswirken und das Immunsystem schwächen. 


Wie Sie durch Ernährung und bestimmte Vitamine Ihr Immunsystem zusätzlich stärken können, erfahren Sie in diesen Beiträgen:

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Wie stärke ich mein Immunsystem? – 2 wichtige Vitamine


Da Körper und Geist eng verbunden sind, führen Bewegungsmangel und aus ihm entstehende Symptome oft auch zu psychischen Belastungen wie Appetitlosigkeit und Depressionen. 

Neben den gesundheitlichen Folgen für jeden Einzelnen kann Bewegungsmangel auch große gesellschaftliche Folgen haben. Durch mangelnde Bewegung begünstigte Krankheiten belasten das Gesundheitssystem. Eine kranke Gesellschaft ist nicht zukunftsfähig. Denn oft bekommen schon Kinder und Jugendliche nicht genug körperliche Aktivität, was Übergewicht und Folgekrankheiten nach sich ziehen kann. Deshalb ist es in jedem Alter wichtig, täglich mindestens 60 Minuten körperliche Anstrengung in den Tagesablauf einzubauen. Dabei kann ein Spaziergang in mäßigem Tempo bereits ausreichen. 

Bewegungsmangel vorbeugen

Natürlich haben verschiedene Arten von Bewegung unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper. Bei einer leichten körperlichen Aktivität wie Spazierengehen ist eine Stunde täglich das Minimum, welches absolviert werden sollte. Bei Krafttraining und anderen intensiven Betätigungen können bereits 30 Minuten pro Tag genug Bewegung verschaffen. 

Am effektivsten ist die Prävention von Bewegungsmangel. Im Kindes- und Jugendalter kann der Grundstein für ein gesundes Leben gelegt werden. Aber auch später im Leben ist es wichtig, frühe Symptome von Bewegungsmangel nicht zu ignorieren, sondern schnell und entschieden zu reagieren und Veränderungen im Lebenswandel umzusetzen. Wer bereits an diesem Punkt angekommen ist, sollte darauf achten, die tägliche Bewegung langsam zu steigern, um keine Überbelastungen hervorzurufen.
Eine gleichzeitige Umstellung der Ernährung nach Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker kann zusätzlich hilfreich sein. 

Tipps zur Umsetzung

Um Schäden durch mangelnde Bewegung vorzubeugen, können kleine Schritte helfen. Zum Beispiel mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, in Pausenzeiten kurze Spaziergänge machen, einen Hund Gassi führen oder sich mit Freunden zum Sport verabreden. Auch eine Alltagsroutine, die morgendliches Yoga oder einfache Dehnübungen umfasst, können sehr effektiv sein und das Wohlbefinden steigern. 

Eine andere Art, fehlende Bewegung auf der Arbeit durch Freizeitaktivitäten auszugleichen, ist zum Beispiel Gartenarbeit. Dabei ist man an der frischen Luft und hat zusätzlichen Gewinn durch Ernten und schöne Blicke der Nachbarn. Wer selbst keinen Garten hat, kann lokale Gemeinschaftsgartenprojekte unterstützen. 

Auch viele Arbeitgeber und Krankenkassen bieten im Bereich Bewegungsmangel mittlerweile Unterstützung. Erkundigen Sie sich nach Kursen und tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes.

Bleiben Sie gesund.