Als allererstes möchte ich allen die diesen Sanguinum Erfahrungsbericht lesen noch ein gutes, gesundes, leichteres neues Jahr wünschen. Und mich ganz herzlich für die netten Kommentare und aufbauenden Worte bedanken. Vielen Dank!

Leider habe bzw. hatte ich keine so gute Phase. Im September ist meine Frau nun endgültig aus unserer Wohnung ausgezogen. Ich dachte eigentlich, dass ich es doch relativ gut weggesteckt hatte. Wurde dann aber an Weihnachten und Silvester eines Besseren belehrt. Dazu später mehr.

Am 24. Dezember war ich bei meiner Mutter zum Essen. Auf dieses Essen hatte ich richtig hingefiebert. Wir hatten es schon 2 Wochen im Voraus geplant. Es war klar, dass ich mir da etwas gönnen wollte, und zwar meinen heiß geliebten Reis. Dafür sollte der Rest des Essens der Kur entsprechen. Es gab Schweinefilet in einer Tomaten-Frischkäse-Soße und zartes Landgemüse. War auch echt lecker. Erstaunt war ich dann doch, dass ich gar nicht so viel essen konnte. Die Vorstellung war 2-3 Teller bis ich pappsatt bin, so wie es sonst immer war. Am Ende waren es gerade mal eine Portion und eine Handvoll. Mehr ging nicht. Nicht mal mehr der 25g! Mini-Schoko-Nikolaus, den sie mir als Nachtisch hingelegt hatte. Sonst war es auch ganz klar, die Reste nehme ich mit und esse sie am nächsten Tag. Meine Mutter hat dem aber vorgesorgt, indem sie nicht so viel gekocht hat. Somit gab es so gut wie nichts mehr zum Mitnehmen. Früher gab es zu den Geschenken natürlich auch viele Süßigkeiten, vorwiegend in Form von Schokolade. Dieses Jahr gab es für jedem einen Sack mit Obst. Meine Mutter hat sich schlapp gelacht über mein Gesicht als ich das Obst sah. Insgeheim hatte ich doch auf die obligatorischen Schokoladen-Nikoläuse gehofft und war dann doch enttäuscht über die Birnen, Pflaumen und Äpfel. Im Nachhinein war ich dann darüber aber doch sehr froh.

Und da sind wir bei meiner nicht so guten Phase. Als ich dann abends wieder zu Hause war, überkam mich plötzlich Einsamkeit. Sonst war ja immer meine Frau um mich rum und somit Leben in der Bude. An Weihnachten ist man dann doch etwas gefühlsduselig. Ich war richtig deprimiert und Schwupps musste der Mini-Nikolaus dran glauben. Zum Glück war nicht mehr Süßkram oder Reste-Weihnachtsessen im Haus. Ich glaube, ich hätte alles sinnlos in mich hineingestopft. Dankbar bin ich auch, dass meine Mutter dieses Jahr auf das Backen von Weihnachtskeksen verzichtet hat. Normalerweise gab es immer eine große Dose voll für zu Hause. Auch die hätte in dem Moment dran glauben müssen.

Am 1. Weihnachtsfeiertag ging es mir nicht wirklich besser. Es war halt so still in der Wohnung und im Radio trällerte ein Weihnachtssong nach dem nächsten und im Fernseher kamen lauter Weihnachtsschnulzen. Und wieder war ich deprimiert. Ich dachte noch, Mist, nichts Süßes im Haus und die Läden haben geschlossen. Für nachmittags hatte sich dann mein Vater angekündigt. Leider kam er nicht alleine, sondern mit 2 Schachteln Pizza. Was soll ich sagen, ich habe meine komplett gefuttert. Später abends, als ich wieder alleine war, überkam mich dann doch ein richtig schlechtes Gewissen. Meine Mutter baute mich aber in einem Telefonat wieder auf. Sie meinte, ich hätte doch schon viel erreicht und solle doch bitte nicht aufgeben. Schlechte Phasen gibt es immer wieder. Gelegentlich kurz schwach zu werden, ist jetzt auch nicht gerade eine Vollkatastrophe. Hauptsache man findet danach wieder die Motivation weiterzumachen und dranzubleiben. Erschwert wurde dies auch dadurch, dass ich 3 1/2 Wochen nicht zu meiner Heilpraktikerin konnte. Bedauerlicherweise war es mir nicht möglich, am 24. Dezember nochmal in ihre Praxis zur Injektion zu kommen. Danach hatte sie 2 Wochen Urlaub (was ihr selbstverständlich mehr als zusteht) und mein nächster Termin war auch nicht wie sonst an einem Montag, sondern an einem Mittwoch. Somit war ich ab dem 20. Dezember bis zum 12. Januar auf mich alleine gestellt.

Zum Termin ging ich dann mit gemischten Gefühlen. Weihnachten und meine Fehltritte hatte ich doch noch in meinem Hinterkopf. Wusste aber auch, dass ich zum Glück danach wieder äußerst diszipliniert weiter gemacht habe. Ich hoffte nur, dass ich nicht mehr als vorher wog, erwartete ungefähr das gleiche Gewicht als beim letzten Wiegen. Als meine Heilpraktikerin dann sagte, herzlichen Glückwunsch, sie haben weitere 7,4 kg!!! abgenommen, fiel mir ein ganzer Berg vom Herzen. Insgesamt sind es nun exakt 18 kg.

Sie wollte dann natürlich wissen, wie es mir in den letzten Wochen ergangen ist. Ich beichtete meine Fehltritte und sagte ihr, dass mir ungefähr zu Beginn der 2. Woche ohne Injektion auffiel, dass ich doch mehr Hunger und Gelüste hatte als sonst. Sie meinte, das wäre logisch, da die Spritzen den Blutzuckerspiegel konstant und damit Heißhungerattacken im Zaum halten.

Nun habe ich mir zum Ziel gesetzt, bis zum nächsten Wiegetermin die ersten 20 kg zu knacken.

Ob es geklappt hat, erzähle ich euch in meinem nächsten Bericht.

Euer Steffen