30. März 2012
Hintergrund: Die Homöopathie bezeichnet eine Behandlungsmethode im Bereich der Alternativmedizin. Sie gründet auf den Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann (erste Veröffentlichungen ab 1796).
Ihr Name (altgriechisch wörtlich „ähnliches Leiden“) bezeichnet die wichtigste Grundannahme Hahnemanns: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. So soll für den Kranken entsprechend seiner Leiden ein homöopathisches Mittel ausgewählt werden, das an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann.
Für diese Auswahl wurden Tabellen (Repertorien) erstellt, anhand derer sich die Krankheitserscheinungen des Patienten einem sogenannten Arzneimittelbild zuordnen lassen.
Herstellung der Arzneimittel: Die Grundsubstanzen werden wiederholt – meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100 (sogenannte Potenzierung) – mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben.
Anfangs war die Verdünnung der Giftigkeit vieler verwendeter Stoffe geschuldet, später erst folgte die so starke Verdünnung, dass in einigen Mitteln die Ausgangsstoffe nicht mehr physikalisch nachweisbar sind – dies gilt jedoch nur für die sogenannten „Hochpotenzen“ (ab D30) und nicht wie oft fälschlicherweise angenommen für alle Homöopathika. Die Erklärung, warum Hochpotenzen funktionieren, wird in der Quantenphysik gesucht.
Nachweisbare Konzentrationen: Viele Heilpraktiker und Ärzte arbeiten in Deutschland auch mit den Verdünnungen 1:10.000 und 1:1.000.000 (D4 und D6), in denen die Stoffe noch in nennenswerter Konzentration vorliegen. Dies gilt auch für den Einsatz der Homöopathika in der Sanguinum-Kur. Bei diesen weniger verdünnten Mitteln sind die regulären Dosis-Wirkungs-Beziehungen des verwendeten Stoffes zu beachten. Neben der bekanntesten D-Potenzierungsreihe (1:10) gibt es noch die C-Reihe (1:100), die M- (1:1000) und die LM- oder Q-Reihe (1:50.000).
Bekanntheit und Nutzung: In Deutschland wurden allein 2009 Homöopathika in der Höhe von 403 Mio. Euro umgesetzt, also rund 8 % aller rezeptfreien Arzneimittel. Davon wurden 27 % von einem Therapeuten verordnet, 73 % wurden direkt vom Anwender in der Apotheke gekauft.